Für die Regulierung vieler Versicherungsschäden am Auto muss ein Sachverständigengutachten
eingeholt werden. Sehr bequem erscheint es da, diese Obliegenheit in wenigen Minuten online
erledigen zu können. Genau das versprechen manche Anbieter: Der Kunde müsse nur Fotos
hochladen und einige Angaben machen, den Rest erledige das Gutachtenbüro – ohne Vor-OrtTermin. Wörtlich: „Wir schicken Ihr Kfz-Gutachten direkt an die Versicherung. Durch die schnelle
und unkomplizierte Abwicklung mit der Versicherung erhalten Sie die Auszahlung schneller.“
So einfach geht es jedoch nicht, wie das Landgericht Bremen kürzlich in einem (noch nicht
rechtskräftigen) Urteil feststellte. Damit ein Kfz-Gutachten rechtlich Bestand hat, muss es auf
Grundlage einer persönlichen Inaugenscheinnahme durch den Sachverständigen erstellt werden.
Anderenfalls können und werden die Versicherer es ablehnen. Zudem ist das Versprechen, die
Abwicklung zu übernehmen und für eine schnelle Auszahlung zu sorgen, unzulässig, da dies eine
Rechtsdienstleistung darstellen würde.
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IW Consult, ein Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft, hat zusammen mit
der „WirtschaftsWoche“ und weiteren Partnern den „Klimaindex 2050“ vorgestellt. In der Studie
werden die Folgen des Klimawandels für die 71 kreisfreien deutschen Großstädte prognostiziert.
Zehn Risiken stehen dabei im Fokus: Hitzestress, Hitzewellen, Wasserknappheit, Dürrestress,
Starkregen, Überschwemmungen, Sturmfluten, Sturm, Tornado und Hagel.
Die stärksten Auswirkungen erwarten die Analysten in Bremerhaven, das auf einen
Klimaindexwert von 5,03 kommt. Vor allem das hohe Risiko von Sturmfluten ist dafür
ausschlaggebend. Wie alle anderen Metropolen muss sich die Küstenstadt zudem auf häufigere
und heftigere Stürme einstellen. Im Gefährdungsranking folgen Mannheim (4,71), Ludwigshafen
am Rhein (4,69), Bremen (4,51) und Heidelberg (4,49), in denen Stürme und
Überschwemmungen die Hauptrisiken darstellen. Die geringste Gefährdung sehen die
Studienautoren in Remscheid (3,14), Bielefeld (3,19) und Salzgitter (3,24).
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Fallende Immobilienpreise, starke Mittelabflüsse, bescheidenes Neugeschäft: Die letzten Jahre
waren für die deutschen offenen Immobilienfonds (OIFs) nicht einfach. Seit August 2023 zogen
die Anleger unterm Strich 13,4 Milliarden Euro aus den Fonds ab, allein im vergangenen
November knapp 600 Millionen. Über die erforderliche Liquidität zur kurzfristigen Rücknahme
der Anteile verfügen offenbar nicht alle OIFs – Mitte Januar verkündete das Management des
„WohnSelect D“, dass die rückgabewilligen Investoren sich noch gedulden müssen. Mit der
Aussetzung sollen Notverkäufe von Bestandsobjekten vermieden werden, um diese nicht unter
dem eigentlichen Wert zu veräußern.
Zwar gehört der „WohnSelect D“ nicht zu den Schwergewichten der Branche, dennoch sorgte der
Rückgabestopp für Verunsicherung unter Anlegern. Die Ratingagentur Scope gibt jedoch nach
einer Befragung von OIF-Managern vorsichtig Entwarnung: Die meisten Fonds sähen sich gut
aufgestellt, bei einigen habe sich die Lage zuletzt verbessert. Auch die Renditen, im letzten Jahr
im Negativbereich, zögen wieder an.
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Nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen (vdek) verteuert sich die stationäre Pflege in
Deutschland weiterhin mit einem Vielfachen der allgemeinen Inflationsrate. Konkret: um 9
Prozent auf Jahressicht. Dadurch müssen die Pflegebedürftigen aktuell im ersten Aufenthaltsjahr
durchschnittlich 3.245 Euro aus eigener Tasche zuzahlen, im Januar 2025 waren es noch 2.984
Euro.
Die Eigenbeteiligungen fallen indes von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aus. Am
geringsten sind sie in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro, aber auch in Niedersachsen und
Mecklenburg-Vorpommern (beide 2.903 Euro) bleiben sie weit unter dem Schnitt. Am tiefsten
müssen Bremer Pflegebedürftige in die Tasche greifen, hier kostet ein Pflegeplatz im ersten Jahr
monatlich 3.637 Euro.
Die neuen Zahlen erhöhen nochmals den Druck auf die Bundesregierung, die Pflegeversicherung
strukturell zu reformieren. Doch selbst wenn es einen großen Wurf geben sollte – um merkliche
Eigenbeteiligungen dürften die Pflegebedürftigen auch in Zukunft nicht herumkommen. Die
Bundesbürger tun deshalb gut daran, sich mit einer privaten Pflegeversicherung für die
„Kostenfalle Pflege“ zu wappnen.
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Die Kursentwicklung an den Edelmetallmärkten hat in den vergangenen Monaten die kühnsten
Fantasien übertroffen. Letzte Woche übersprang der Goldpreis erstmals die Marke von 5.000 USDollar, nachdem er ein Jahr zuvor noch unter 2.800 gelegen hatte – ein Plus von über 80 Prozent
also. Und noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn die Rallye setzte sich gleich bis auf mehr
als 5.500 Dollar fort. Damit stehen allein im Januar Kursgewinne von rund 25 Prozent zu Buche.
Noch staunender verfolgen Silberanleger die Entwicklung ihrer Portfolios. Bis in den Mai 2025
hinein dümpelte der Kurs um die 30-Dollar-Marke. Seither hat er sich knapp vervierfacht und ist
folglich in den dreistelligen Bereich vorgestoßen. Um mehr als 50 Prozent legte er seit
Jahresanfang zu.
Einige Analysten sehen insbesondere bei Gold noch weitere Luft nach oben und halten 7.000
Dollar und mehr pro Feinunze für möglich. Zugleich gibt es warnende Stimmen, die vor
Rücksetzern warnen und den spekulativen Charakter einer Edelmetallinvestition hervorheben.
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Während die Europäische Zentralbank den Leitzins weiterhin bei 2,0 Prozent belässt, müssen
Tagesgeldsparer sich mit einer weiterhin schrumpfenden Verzinsung begnügen –zumindest
wenn sie bei ihrer Bank Bestandskunden sind. Das ergab die Marktanalyse eines großen
Vergleichsportals.
Insbesondere regionale Geldhäuser, also Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, knausern
beim Tagesgeld. So legen 38 Prozent von ihnen einen Minizins von maximal 0,25 Prozent
zugrunde – vor einem Jahr waren es nur 24 Prozent. Im Durchschnitt zahlen die Sparkassen 0,37
Prozent, die Genossenschaftsbanken mit 0,42 Prozent kaum mehr. Der durchschnittliche Zinssatz
über alle Banken in Deutschland hinweg liegt bei 1,29 Prozent, woraus folgt, dass die
bundesweit operierenden Institute deutlich höhere Tagesgeldzinsen leisten. Das attraktivste
dauerhafte Angebot am Markt beträgt derzeit 2,3 Prozent. Noch mehr, nämlich über 3 Prozent,
sind für Neukunden drin. Nach dem jeweiligen Garantiezeitraum fällt indes auch ihre Verzinsung
auf das Bestandskundenniveau der Bank.
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Gegenüber Aktien- und Fondsinvestments zeigen sich die Bundesbürger traditionell skeptisch –
mit der Folge, dass ihr Vermögen seit Jahrzehnten langsamer wächst als das vergleichbarer
Nationen. Doch die Offenheit nimmt zu. Das belegt nun erneut eine Umfrage eines großen
Versicherers unter mehr als 3.700 Erwerbstätigen. 28 Prozent von ihnen stehen
börsengehandelten Wertpapieren positiv gegenüber; bei einer Vorgängerumfrage vor fünf Jahren
lag dieser Wert bei 19 Prozent. Damit schrumpft der Abstand auf den Spitzenreiter, die eigene
Immobilie, in die 44 Prozent der Befragten Vertrauen setzen. Auffällig sind die Unterschiede
zwischen den Geschlechtern: Lediglich jede fünfte Frau ist Aktieninvestments gegenüber
aufgeschlossen, aber mehr als jeder dritte Mann.
Auch die Haltung zu Kryptowährungen wurde erstmals erhoben. Kaum überraschenderweise
beurteilen jüngere Umfrageteilnehmer diese Assetklasse deutlich günstiger als die älteren
Semester: 28 Prozent der unter 40-Jährigen halten Kryptos für „gut geeignet“ zur Altersvorsorge,
trotz der enormen Verlustrisiken. Von den über 40-Jährigen sehen das nur 11 Prozent so. Über
alle Altersgruppen hinweg ergibt das einen Zustimmungswert von 17 Prozent.
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Wenn Elektroautos nach Unfällen nicht mehr fahrtüchtig sind, drohen hohe Kosten durch
aufwendige Abschlepp- bzw. Bergeaktionen – häufig aufwendiger als nötig. Eine etablierte
Standard-Vorgehensweise gibt es bisher nicht, jede Feuerwehr und jeder Abschleppdienst folgt
eigenen Maßgaben. Der resultierende Wildwuchs treibt die Kosten für Versicherungen und am
Ende für die Versicherten unnötig nach oben. Für Ungewissheit und Übervorsicht sorgt vor allem
das Risiko eines Batteriebrands.
Mehr Klarheit und Orientierung soll nun eine neue „Handlungsempfehlung zum Bergen,
Abschleppen und Transportieren von verunfallten Elektrofahrzeugen“ bringen. Sie wurde von
einer Vielzahl von Organisationen erarbeitet, darunter Verbände der Automobilwirtschaft und
der Assekuranz, Berufsgenossenschaften, Feuerwehrschulen und der ADAC. Die Hauptbotschaft
lautet: Grundsätzlich sollten E-Autos nach Unfällen nicht anders behandelt werden als
Verbrenner, solange die Batterie keine starken Beschädigungen erkennen lässt. Zudem sollen die
teuren Quarantänezeiten generell verkürzt werden –zur Risikoeinschätzung müsse dabei die
Akkutemperatur penibel überwacht werden.
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Das schwarz-rote Bundeskabinett hat Mitte Dezember eine Reform der privaten Altersvorsorge
auf den Weg gebracht. Mit Spannung war erwartet worden, ob und wie es mit der Riester-Rente
weitergeht. Diese wird nun nicht abgeschafft, aber um ebenfalls staatlich geförderte
Alternativen ergänzt. Ab Januar 2027 sollen neben Vorsorgeprodukten mit 100 Prozent
Beitragsgarantie auch solche mit 80 Prozent abgeschlossen werden können. Zudem wird ein
garantiefreies Altersvorsorgedepot gefördert, das voll von den Chancen des Kapitalmarktes
profitieren kann.
Wer bereits über einen Riester-Vertrag verfügt, soll künftig entscheiden können, ob dieser
unverändert fortgeführt, abgewandelt oder in ein neues Modell übertragen wird. Dazu sollen
Wechsel zwischen Altersvorsorgeverträgen vereinfacht werden, unter anderem indem nach fünf
Vertragsjahren keine Wechselgebühren mehr verlangt werden dürfen. Die bisher zu Beginn
anfallenden Abschluss- und Vermittlungskosten sollen auf die gesamte Vertragslaufzeit
gestreckt werden. Überdies sind besonders hohe Förderungen für Vorsorgesparer mit geringem
oder mittlerem Einkommen und für Eltern geplant.
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